Kurtaxe / Bildungsreisen

Liebe Gäste, seit Mai 2017 ist nach vielen Jahren durch die Gemeinde Zinnowitz eine neue Kurtaxensatzung in Kraft gesetzt worden.

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Preise

Der Preis für eine Übernachtung in St. Otto setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus dem Zimmerpreis, aus den Tagessätzen (Servicepaket), aus eventuellen Zusatzleistungen.

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St. Otto, September 2025

 „Mit dem Wind“...

… werden die Tage schon wieder kürzer. Einfach unglaublich, wie schnell der Sommer vorbeirauscht und der Herbst bereits den Startblock verlassen hat. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer beiden großen Sommerfreizeiten sind inzwischen wieder irgendwo in Deutschland in ihrem Alltag angekommen. Zeit also, ein wenig über die vergangenen Wochen nachzudenken.

Ein kleines Event, das traditionell zum Programm der Familienfreizeiten gehört, möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen. Der ultimative Sandburgenbau-Wettkampf am Otto-Strand ist jährlich eines der absoluten Highlights. Dabei wetteifern bunt zusammengewürfelte Teams mit mindestens acht Teilnehmenden (es können aber auch mal 15 oder mehr sein) darin, in nur 20 Minuten entweder die höchste oder aber die schönste Sandburg zu errichten.

Die Prämierung der höchsten Burg stellt für die Jury in der Regel kein Problem dar. Falls das Augenmaß mal nicht ausreicht, wird eben zum Zollstock gegriffen. Irrtum? Unmöglich! Zahlen lügen nicht. Ganz anders sieht es da bei der Bewertung der schönsten Burg aus. Und das liegt in der Natur der Sache. Schönheit ist relativ. Während die Faktenlage bei der Bewertung der Höhe für sich spricht, existiert keine objektive Maßeinheit, kein Messinstrument für die Schönheit eines Bauwerks. Das gilt im Übrigen keineswegs nur für die Sandburgen am Otto-Strand. Der Versuch, den künstlerischen Wert einer Kür beim Tanzen, Eiskunstlauf oder Dressurreiten zu bewerten, ist in meinen Augen pure Willkür. Die technischen Schwierigkeiten, die können beurteilt werden. Aber die Schönheit oder Ästhetik einer Darbietung in ein Raster aus Punkten oder Noten pressen? Das war noch nie mein Fall.

Schönheit liegt einzig und allein im Auge des Betrachters. Sie lässt sich nicht isoliert bewerten, sondern ist in ein kompliziertes Geflecht aus Gefühlen, Emotionen, Beziehungen und Erfahrungen eingewoben.

Eine krakelige Kinderzeichnung, die vom Kunstlehrer mit einem „Ungenügend“ bewertet wurde, stellt für die liebenden Eltern ein wundervolles Kunstwerk dar. Oder nehmen wir nur das eigentlich recht kitschige Urlaubsandenken, das seine Schönheit aus den ganz besonderen Erinnerungen bezieht, die wir mit ihm verbinden.

Das menschliche Auge sieht nicht neutral, sondern nimmt Menschen, Dinge und Situationen immer wertend wahr. Dabei wird unser Wertesystem von persönlichen Erfahrungen, dem Lebensumfeld und – in unserer Zeit leider immer häufiger – von gesellschaftlichen Trends und Moden geprägt. Die Werbung, das Internet und der Mainstream definieren Schönheit unter kommerziellen Gesichtspunkten und oberflächlichen Aspekten. Wahre Schönheit kommt von innen? Bloß nicht! Viel zu individuell.

Ich behaupte: Nichts und niemand ist per se hässlich, nur weil eine Mehrheit – und sei sie noch so groß – meint, das so festlegen zu müssen. Auf welche Grundlage ich meine These stütze? Das ist doch ganz einfach: Gott in seiner Allmacht und Größe würde doch nie etwas Hässliches erschaffen. Warum auch? Hat er doch gar nicht nötig. Unsere Aufgabe, und das kann manchmal ganz schön schwierig sein, ist es, die Schönheit der Schöpfung in all ihren Nuancen zu erkennen und zu begreifen. Hat aber ja auch niemand gesagt, dass Gott uns die Sache einfach macht. Für solche vollmundigen Versprechungen sind eher die oben genannten Player zuständig.

Die Jury-Entscheidung beim Sandburgen-Schönheitswettbewerb ist übrigens gar nicht so schwer, wie das auf den ersten Blick scheinen mag. Im Wissen um die Vielfalt der Schönheit gilt es nur, mit scharfem Blick die individuellen Schönheitsmerkmale jeder Burg zu erkennen und bei der Preisverleihung zu würdigen. Und verdient gewonnen haben am Schluss wirklich alle.

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor

St. Otto, August 2025

Mit dem Wind…

… über einen Haufen leckerer Beeren gestolpert. Also zum Glück waren das nicht die mit dem “ä“. Die werden besser nur im Zoo besucht. Das ist deutlich sicherer, als einem Braun- oder Eisbären in freier Wildbahn über den Weg zu laufen. Und lecker sind die auch nicht. Obwohl: Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Bärentatzen der Grizzlys damals in den Abenteuergeschichten von Karl May vernascht. Aber das war in einem anderen Jahrtausend.

Übrigens: Falls Sie den versprochenen zweiten Teil der Sinne-Kolumne aus dem Juli vermissen, haben Sie recht. Aber da kamen mir eben besagte Beeren dazwischen, die zunächst von mir verspeist wurden, um sich anschließend zu einer Kolumne zu entwickeln. Kann man nichts machen. Aber fest versprochen: Die restlichen Sinne gibt’s im September. Außerdem ist so ein Haufen leckerer Beeren ja auch eine sehr sinn-volle Angelegenheit. Ein zuckersüßer Augen- und Gaumenschmaus. Und wie die duften!

Aber jetzt mal zurück auf Anfang! Da spazierte ich die Tage ganz entspannt durch den Wald zwischen St. Otto und Trassenheide und wurde überraschenderweise fündig. Einige kleine Walderdbeeren säumten als rote Farbkleckse meinen Weg. Die Sonnenstrahlen der vergangenen Woche hatten sie zu waren Genussmonstern heranreifen lassen. Ganz anders als deren “erwachsene“ Kolleginnen, die man in den Supermarktregalen findet. Wenn die Winzlinge nur etwas größer ausfallen würden. Aber wahrscheinlich wäre dieser Genuss auch einfach zu übermächtig, um ihn zu verkraften. Stellen Sie sich mal eine voll ausgereifte Walderdbeere XXL in ihrem Mund vor! Der liebe Gott hat mit Sicherheit aus reiner Rücksicht auf unsere überforderten Geschmacksknospen dafür gesorgt, dass die Dinger so mickrig bleiben. Außerdem hätte ich neben einer riesigen Monster-Walderdbeere wahrscheinlich die ebenso leckere Blaubeere am Strauch daneben übersehen. Genauso klein wie die Normalo-Walderdbeere, aber in ihrem dunkelblauen Kleid deutlich unauffälliger. Soo lecker!

Ich kenne nicht wenige Menschen, die – mit großen Joghurtbechern bewaffnet – stundenlang vor sich hinpflücken. Marmelade, Müslizusatz oder einfach eine Vitaminbombe nach dem Abendbrot. Ich bin da ja eher der Typ Sofortverbraucher. Bücken, pflücken und ab in den Mund. Mhhh!!! Keine Geduld, sagen Sie? Nee, nee! Das ist reiner Selbstschutz, denn im Otto-Wald wimmelt es nur so von Zecken und Mücken. Und die wissen, welche Anziehungskraft die köstlichen Beeren auf ihre warmblütigen Opfer besitzen. So lauern sie im Halbdunkel zwischen den Büschen, um sich in blutdurstigen Wolken oder saugstarken Kolonien auf ihre arglosen Opfer zu stürzen. Doctan? Autan? Dicke Klamotten trotz 30°C im Schatten, oder andere, totsichere Hausmittelchen? Können Sie vergessen! Wahrscheinlich sind die Biester im Otto-Wald immun gegen jede Schutzmaßnahme. Oder ganz einfach nur seeehr hungrig!

Also bücken, zugreifen und ab in den Mund mit den Beeren. Und dann? Nichts wie weg.

Aber da existiert ja auch noch der böse Fuchsbandwurm, der auf den Beeren lauert, um uns das Leben zur Hölle zu machen! Ach, der Fuchsbandwurm. Den gab es in meiner Kindheit und Jugend noch nicht. Also zumindest nicht im kollektiven Bewusstsein der Beerenpflücker und Pilzsammler.

Nach vielen Jahren, in denen ich meinen Kindern Beerenpflückabstinenz verordnet habe, bin ich persönlich zur Variante “no risk, no fun“ zurückgekehrt. Das Leben ist viel zu schön, um auf den unvergleichlichen Genuss frisch gepflückter Beeren zu verzichten und stattdessen vor allem und jedem Angst zu haben. Also außer vor den fiesen Mücken natürlich!

Sie sind noch nicht auf meinem Altersignoranzniveau angekommen? Dann nehmen Sie sich doch einfach die schönen Brombeerhecken an der Wolgaster Waterkant vor. Die Beeren bis Kniehöhe überlassen sie getrost dem Bandwurm. Duellieren Sie sich stattdessen um die sonnengereiften Exemplare in luftiger Höhe mit den ortsansässigen Piepmätzen. Um den ein oder anderen Zeckenbiss oder Mückenstich werden Sie natürlich auch hier nicht herumkommen, denn die Gleichung Beere+lecker=Mücke+Zecke gilt - bis auf holländische Gewächshäuser - mit absoluter Zuverlässigkeit. Das ist empirisch bewiesen und persönlich validierter.

Sie sind zu klein, um die oberen Regionen zu erreichen? Kein Problem: So eine transportable Alutrittleiter ist doch nicht schwer. Nur hüten Sie sich vor neidischen Mitbürgern! Es soll schon vorgekommen sein, dass der ein oder anderen Pflücker mitsamt seiner Leiter in die Hecke geschubst wurde. Das soll richtig unangenehm sein, habe ich mir berichten lassen.

Aber warum hat uns der liebe Gott das Pflücken eigentlich so erschwert, indem er die meisten Beeren nicht nur mit wehrhaften Dornen versehen hat, sondern zudem noch mit einer Schutz-Armada von blutsaugenden Quälgeistern. Schließlich heißt der doch   “lieber“ und nicht “fieser“ Gott?

Ich denke, die Sache ist klar. Der liebe Gott denkt an alle. Und wir, wir denken oft nur an uns. Wenn der Schöpfer keine wirksamen Regulierungsmaßnahmen in Form der blutsaugenden Parasiten engagiert hätte, würde der erste Pflücker mit Sicherheit für einen Beeren-Kahlschlag sorgen. Und was bliebe dann für den Rest? Nichts! All die leckeren Beeren in einen Magen? Das wäre doch wirklich ungerecht. Oder was meinen Sie?

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor      

St. Otto, Juli 2025

 „Mit dem Wind“...

… ist mir die folgende Kolumne in den Sinn gekommen. In den Sinn? Aber in welchen der vorhandenen fünf denn eigentlich? Weder habe ich die Gedanken gesehen oder gehört, noch gerochen, geschmeckt oder gar ertastet. Im Gegenteil: Ich habe mir das Hirn zermartert und nach einer guten Idee gesucht.

Klar waren meine fünf Sinne am Denkprozess beteiligt. Aber mehr indirekt, würde ich behaupten. So habe ich verzweifelt in die Luft gestarrt, in mich hineingehorcht, am Kaffee geschnuppert – in der Hoffnung, so den Gedanken ein wenig auf die Sprünge zu helfen -, und schließlich mit einem großen Schluck des leckeren, koffeinhaltigen Heißgetränks nachgeholfen, während ich mit den Fingerspitzen ratlos auf der Schreibtischoberfläche trommelte. So wirklich geholfen hat das aber alles nicht.

Beim Denken sind die Sinne raus. Sie leisten jedoch unverzichtbare Grundlagenarbeit für das Gehirn. Ohne unsere Sinneswahrnehmungen und -erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens sammeln, würde unserem Gehirn nämlich der Treibstoff für seine Tätigkeit fehlen. Wie ein Motor ohne Benzin oder Strom nicht läuft, so ist unser Gehirn auf möglichst vielfältige Sinneseindrücke angewiesen, um seine Arbeit Sinn-voll zu verrichten. Vielleicht ist es aus diesem Grund doch gar nicht so weit hergeholt, sich im Rahmen meiner kleinen Kolumne einmal ausführlicher mit unseren fünf Sinnen zu beschäftigen. Und weil Sonne, Meer und Strand im Sommer nach draußen locken, verteile ich die Betrachtung der Sinne mal ganz auf zwei Monate. Wird sonst einfach zu lang. Da sind wir doch einer Meinung?

Riechen, schmecken und tasten. Wir nehmen uns zunächst einmal die „Nebensinne“ vor. Die geraten leicht in Vergessenheit, solange sie funktionieren. Dominieren doch im Alltag ganz eindeutig die visuelle Wahrnehmung und unser Gehör das Quintett.

Da unterscheiden wir uns allerdings von vielen anderen Spezies, die unseren Planeten bevölkern. Unsere Landschildkröte zum Beispiel. Die ist fast taub und sieht im Nahbereich so gut wie gar nichts. Damit ist sie aber kein Fall für den Inklusionsbeauftragten. Das ist nämlich bei Schildkröten ganz natürlich, dieses Defizit beim Hören und Sehen. Stattdessen nehmen sie ihre Umwelt überwiegend riechend war, haben einen guten Geschmacksinn und – auch wenn man das kaum glauben mag – eine sehr gute haptische Wahrnehmung über die Haut. So legen Landschildkröten zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz ihren Kopf auf die Erde, um die Temperatur des Untergrunds zu überprüfen. Probieren Sie das doch mal nachzumachen. Also das Fühlen. Vielleicht am besten im Sommer am Strand und nicht auf dem Bürgersteig vor Ihrer Haustür.

Trotz ihrer, aus unserer Perspektive eher dürftigen sinnlichen Ausstattung, bevölkern Schildkröten übrigens schon seit fast 250 Millionen Jahren – also viel länger als wir Menschen – die Erde. Und richtig alt werden sie auch. 

Geschmack und Geruch, da scheiden sich die Geister. Während der Duft eines gut gereiften Appenzellers von dem einen als Wohlgeruch empfunden wird, stinkt der Käse dem anderen ganz gewaltig. Bei Lakritz sieht das ganz ähnlich aus. Der intensive Geschmack des Süßholzproduktes spaltet die Menschheit in Liebhaber und Hasser. Manchmal sind wir uns aber über sämtliche Ethnien und Altersgrenzen hinweg erstaunlich einig. So kenne ich tatsächlich niemanden, der beißenden Uringeruch in der Unterführung oder den Gestank übergekochter Milch wirklich schätzt. 

Geschmacks- und Geruchsempfinden sind über die persönlichen Vorlieben und Abneigungen hinaus oft sozial oder kulturell geprägt. Und sie verfügen, zusammen mit dem Tastsinn, über eine Eigenschaft, die den beiden Hauptsinnen völlig fehlt: Alle drei Sinne sind lernfähig, können geschult und (weiter-)entwickelt werden! Das bedeutet aber gleichzeitig, dass eine konsequente Vernachlässigung diese Sinne verkümmern lässt. Wer ausschließlich Junkfood in sich hineinstopft, der muss sich nicht wundern, wenn er schließlich den Unterschied zwischen Dinkel- und Weizenmehl nicht mehr erkennt, wenn Äpfel wie Birnen oder Salami wie Kochschinken schmeckt. Und wer sich über Jahrzehnte als Kettenraucher durchs Leben pafft, trägt – abgesehen von diversen weiteren negativen Begleiterscheinungen – erwiesenermaßen kräftig zur Abstumpfung seines Geruchs- und Geschmacksvermögens bei.

Das Riechen, Schmecken und Tasten will also entwickelt, geübt und gepflegt werden. Damit kann gar nicht früh genug begonnen werden. Und wenn man sich um diese drei Sinne ordentlich kümmert, dann altern sie – ganz im Gegensatz zum Sehen und Hören (vom Rest des Körpers wollen wir mal lieber nicht reden) – auch nicht. So fühlt ein alter Mensch, der seine letzten Tage ans Bett gefesselt in einer Senioreneinrichtung verbringt, ein sanftes, liebevolles Streicheln immer noch genauso wie ein Kleinkind, obwohl zwischen beiden ein ganzes langes Menschenleben liegt.

Also schnuppern Sie sich durch den Tag, schmecken Sie sich durchs Leben und verteilen Sie bei passender Gelegenheit auch gern mal die ein oder andere liebevolle Streicheleinheit! Das trainiert ihre Sinne, kostet maximal ein bisschen Achtsamkeit und hält jung. Besser geht’s doch gar nicht!

Ich wünsche Ihnen einen wunderbar Sinn-erfüllten Start in den Sommer!

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor

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