Das Haus St. Otto im winterlichen Schnee in der Abenddämmerung, im Vordergrund beleuchtete Tannenzweige

Chronik 1969–1974

Last Updated: 7 Oktober, 2026By

Konvent der Marienschwestern – Chronik 1969–1974

Abschrift aus der handschriftlichen Chronik der Marienschwestern, Zeitraum 1969–1974

Chronik nach Zeitabschnitten: 1947–1961 | 1962–1968 | 1969–1974 | 1975–1979 | 1980–1985


1969

Der Winter 1968/69 war sehr kalt, schneereich und stürmisch und zog sich bis Ende April hin. Diese Kälte hielt die Grippe vom Ottoheim fern und in den Winterferien der Februar Kur erkrankte kaum jemand von den 220 Kindern. Erstmals erfasste Berlin die Diasporakinder seiner Diözese durch das Jugendseelsorgeamt Berlin in einem 10 tägigen Sonderkurs für Jungen und Mädchen der Oberschulen, um so Gemeindehelfer heranzubilden.

Würdige Mutter M. Gertrud hatte bereits im Herbst 1968 ihren Besuch angekündigt und verwirklichte ihn am 21./22. Januar ohne sich von Kälte und Glatteis abschrecken zu lassen. Es war eine äußerst harte gewagte neun stündige Fahrt von Berlin nach Zinnowitz, die Würdige Mutter auf sich nahm, um den fortgeschrittenen Umbau des St. Ottoheimes zu besichtigen und einige frohe Stunden bei ihren Schwestern zu verweilen.

Im Februar kehrte Schwester m. Firmina als geprüfte Wirtschaftsschwester von ihrer Ausbildung in Kirchmöser zurück und Schwester Vilalina verließ die Kinderarbeit und das Heim und zog sich ins Provinzialat zurück.

Am 23. Februar, einem Sonntag Nachmittag fand im Refektorium ein Hauskapitel statt. Von den23 wahlberechtigten Schwestern wurden zwei Schwestern für das Provinzkapitel delegiert: Schwester M. Mirella und Schwester M. Cordilia. Stimmzähler waren, Schwester M. Cordilia und Schwester M. Philomena. Als Provinzassistentin hatte Schwester Oberin M. Gunhildis sowie aktives und passives Stimmrecht im Provinzkapitel und ging aus diesem sogar als Delegierte für das Generalkapitel hervor, zu unser aller Freude. Nun winkte ihr im wahrsten Sinne des Wortes, das ewige Rom.

Vorher erfreute sich Schwester Oberin Gunthildis eines Kur Aufenthaltes in Bad Liebenstein und für den Konvent bedeutete es ein „verwaistes Ostern“. Darum erbarmte sich H. Caritasdirektor Steinke und engagierte für die Hinterbliebenen am 2. Osterfeiertag eine Frühlingsfahrt über die Insel Usedom mit vier Autos und einem gemütlichem Kaffe trinken im „ Ostseekaffee“ in Ahlbeck.

Das für September anberaumte General- und Reformkapitel bedurfte des Gnadenbeistandes des hl. Geistes und dem Unterbau des eifrigen Gebetes. Dem Mutterhaus dazu folge leistend entschlossen wir uns zu einer Wallfahrt zur Muttergottes nach Selin. Mit einem Sonderbus startete die Fahrt und wir konnten auch unsere einstige Filiale in Bergen kurz anschauen und das Haus der Borromäerinnen in Binz.

Bereits im Mai, obgleich noch kalt und regnerisch, erfreuten wir uns stark belegter Kinder Kuren. Jede Ecke war ausgefüllt. Sieben geschlossene Kindergärten bis aus dem Sperrgebiet der Rhön, suchten für die Kleinen Seeaufenthalt und ebenso war der Bungalow im Wirtschaftsgebäude gefüllt und erholungssuchenden Familien mit Kleinkindern. Es waren meist einstige freiwillige Helfer vom Bau.

Am 15.06. feierte Schwester M. Reinfrida Bonk ihren 50. Einkleidungstag und zugleich ihren 75. Geburtstag. Das feierliche Hochamt verschönte ein mehrstimmiger Psalmengesang der Jugendstimmen aus der Aspirantur und Herr Rektor Lange erläuterte in seiner Ansprache den eigentlichen Wert des Menschen vor Gott im Verhältnis seiner persönlichen Liebe.
Schwester Provinzialoberin M. Bernhildis, Schwester Oberin Henrica, Schwester M. Lutberga, Schwester M. Caritas und Schwester M. Getulia waren gekommen und das schwesterliche Beisammensein fand einen abschließenden Ausdruck in einem Strandspaziergang bei lauwarmen Seewind und selten klarem, sich weit ausdehnenden Sonnenuntergang.

Im Juli und August führte auch das Jugendseelsorge- Amt Magdeburg/Dresden erstmals einen Sonderkurs für Oberschüler mit eigenem Personal durch, um die Jugend intensiver zu erfassen und für die Dekanatshilfe zu schulen.
Im September erholten sich nochmals eine Anzahl von 180 Kleinkindern.
Im Oktober kamen für die Herbstferien vier geschlossene Gruppen Schulkinder und dann setzte der Winterschlaf ein.

Tatsächlich kam die interessante vier wöchige Romreise am26.08. zustande und wir erhielten erst am 03.10. Schwester Oberin Gunthildis ins St. Ottoheim zurück. Wir lauschten voll Spannung den Schilderungen der antiken und modernen Weltstadt, sowie den Erlebnissen beim Kapitel, an hl. Stätten und im Vatikan, sowie der persönlichen Begegnung von Würdiger Mutter M. Gertrud und dem Hl. Vater in Casel Gandolfo. Groß war die Freude über die Wiederwahl von Mutter M. Gertrud als Generaloberin. Die Neuwahl von Schwester M. Regina Haase als Regionaloberin für die Brandenburgische Provinz, so wie all den Neuigkeiten um die Verlegung des Generalates nach Rom.

Zwei große Sorgen brachten die Herbsttage der Gesamtbevölkerung, trotz aller Reden und Feiern anlässlich des 20. Jahrestages der DDR, des Geburtstages der sozialistischen Republik. Durch den heißen und regenarmen Sommer gab es überall eine schlechte Ernte. Infolge Kartoffelknappheit, konnten wir nur die Hälfte des anzunehmenden Verbrauches für 1970 erhalten. Jeder Zukauf auf freier Basis verlief ergebnislos.
Der früh einsetzende anhaltende Winter stellte uns vor Kohlenmangel. Jede Zuteilung musste selbst in Wolgast abgeholt werden und reicht trotz allem nicht aus.

Die Bauarbeiten waren trotz Entlassung (April) bzw. Erkrankung der eigentlichen Bauarbeiter langsam vorangeschritten und viel Klein- und Fertigarbeiten besonders im Zwischentrakt und im Haupthaus parterre, waren geleistet worden . Im Oktober und November konnte der Korridor im Haupthaus endlich neu gemalt werden, wenigstens im 2.und 3. Stock.
Mit Hochdruck wurde der Erweiterungsbau der Waschküche in Angriff genommen und auch im Rohbau fertiggestellt. Anfang November setzte die Kälte ein und es fiel reichlich Schnee, der liegen blieb bis weit in das neue Jahr.


1970

Das Jahr begann, wie schon einige Jahre mit einem Exerzitienkurs der Schwesterngemeinschaft und wurde gehalten von Herrn Pater Jäger SJ. Am Ende dieser Auffrischung und Erneuerung im Ordensleben stand am 10. Januar das goldene Ordensjubiläum unserer lieben, bescheidenen und still frohen Schwester M. Natalia. Die Feier der hl. Eucheristie in Konzelebration hielt Pater Jäger mit Assistens von Herrn Rektor Lange, als dem Rektor des Hauses und dem Kuratus Mahlis, als dem ordentlichen Beichtvater des Konventes. Dabei kommunizierte Schwester M. Natalia unter beiden Gestalten.

Für Herrn Kuratus Mahlis war wohl dies die letzte feierliche Priesterhandlung, denn noch am Ende des Monats erschütterte uns die betrübte Nachricht, das dieser junge Priester sich in den Laienstand hat zurücksetzen lassen und illustrierte so lebendig das Herrenwort: Wer steht, sehe zu, dass er nicht falle. Auch er erlag der zeit verpestenden und in Belgien besonders stark spielenden Versuchung: die Ehe dem Zölibat vorzuziehen.

Dem Ottoheim, in welchem die Zusammenarbeit mit behördlichen Stellen sowie die Gesamtverwaltungsaufgaben immer schwieriger wurden, brachte der 05. Januar einen technischen Leiter in Herrn Ewald John aus Erfurt. Ihm wurde hauptamtlich die Aufsicht der im Heim beschäftigten Bautruppen, sowie die Vertretung des Heimes nach außen hin übertragen. Für einige Monate wurde er probeweise vom Erzbischöflichen Ordinariat und vom Caritasverband Berlin eingesetzt und übernahm ab 15.06. 1970 die Stelle eines Wirtschaftsleiters. Seine Frau, Kindergärtnerin mit kirchlicher Ausbildung folgte ihm im April mit zwei vorschulpflichtigen Kindern. Der Familie wurde vorläufig eine zwei Zimmerwohnung mit Bad und Kochgelegenheit im Gästetrakt zugewiesen bis zur Fertigstellung einer eigenen Wohnung auf der Abteilung der Landwirtschaft.

Am 12. Januar hielt eine Gruppe vorschulpflichtiger Kinder aus Berlin und Dresden trotz großer Kälte Einzug und so kam nach kurzer Stille wieder neues lärmendes Leben ins Heim. Der Dezember 1969 ist als kältester Wintermonat seit 1893 von einer Wetterstation nachgewiesen und wir spürten seine Kältewellen und den Schneereichtum bis Anfang Mai. Dazu kam die Kohlenknappheit und die Unmöglichkeit der Transportverhältnisse, wenn endlich eine Zuteilung bewilligt war. Dies kalten Tage spürten auch die Kinder des Februar- Sonderkurses. Die Kälte bewahrte sie vor Grippe und desgleichen und verschaffte ihnen einen verlängerten Ferienaufenthalt, weil die Schulen teilweise geschlossen waren.

Die uns vom Caritasverband in Berlin im September 1969 zugewiesenen 11 Aspirantinnen, alles 10- Klassen Schülerinnen, schmiedeten sich zu einem denkbar guten, ja man kann sagen zum besten Kurs seit dem Bestehen der Aspirantur überhaupt zusammen. Ihnen hielt Rektor Lange am 18. Januar einen Einkehrtag und bereicherte ihr Leben mit neuen Impulsen für ihr persönliches Christsein und ihre spätere Arbeit im kirchlichen Dienst. Ein Elternabend in den Faschingstagen vereinte Aspirantinnen, Angehörige und Schwestern zu einer frohen Gemeinschaft.

Ende März, in der Karwoche, besuchte uns für einige Tage stiller Ostervorbereitung Herr Caritasdirektor Steinke. Sein Abschied als Caritasdirektor stand bevor und darum hielt er mit seinen Mitarbeitern, den Fürsorgern- und Fürsorgerinnen des Bistums Berlin einen Exerzitienkurs. Am Schlussabend veranstalteten die 20 Teilnehmer mit dem Schwesternkonvent ein gelockertes und gemütliches Beisammensein mit Liedern und humoristischen Darbietungen in herzlicher Aufgeschlossenheit und österlicher Freude.

Gleich nach dem Osterfeste reiste Schwester M. Ildefonsa und Schwester M. Michaela nach Erfurt, um dort im Haus am Anger an einem vierwöchigem theologischen Bildungskurs jüngerer Professschwestern teilzunehmen. Ein Ausflugstag auf die Höhen der Wartburg ließ beide mit Schwester Provinzialoberin Bernhildis und mit Schwester M. Isolde zusammentreffen, die zur Kur in Bad Liebenstein weilten und ermöglichte auch anderen Kursteilnehmern ein frohes und überraschendes Wiedersehen.

Wie in der Natur in jedem Frühjahr Veränderungen vor sich gehen, war es gleichsam im Maimonat in der Gemeinde in Zinnowitz und im St. Ottoheim.
Herr Rektor G. Lange wurde aus der Doppelfunktion als Rektor und als Kuratus zum Jugendseelsorger für das Bistum Berlin ernannt.
Herr R. Wramba fungierte vorläufig als Rektor und darüber hinaus als Kaplan für Zinnowitz und Koserow, bis ihm entgültig das Rektorat des Kinderkurheimes am 15.06. 1970 durch Berlin übertragen wurde.
Als Nachfolger von Herrn Kuratus Lange wurde am Herz-Jesu –Fest am 05.06. Herr Heribert Duschinski durch Herrn Erzpriester Thamm aus Anklam eingeführt. Er kam aus Rathenow, war ein geborener Ostpreuße, durch die Kriegsereignisse in die DDR verschlagen. Die Angehörigen in der Ewigkeit wissend, bezog er arm und bescheiden, mit einem Koffer in der Hand, seine neue Pfarrstelle, um sich ganz der Seelsorge zu widmen. Da ihm sogar eine Haushälterin fehlte kam er monatelang  zum täglichen Mittagstisch ins St. Ottoheim.

Eine weitere Veränderung, welche den Konvent mit Betrübnis erfüllte, war die Ernennung unseres hochw. Herrn Kuratus H. Theissing zum amtierenden Bischof von Schwerin. Zu aller ihm dort erwartenden aufbauenden Arbeit blieb er in seiner großen Menschenfreundlichkeit der Kongregation treu und teilte weiterhin die wachende Sorge der in der DDR liegenden Filialen mit Schwester Provinzoberin Bernhildis.

Einen Freudentag für unsere Gemeinschaft bedeutete der 13. Juni, das goldene Jubiläum unserer langjährigen Küchenschwester: Schwester M. Zacharia Adamska und Schwester M Benvenuta Seidel aus Wolgast. Die Exerzitien, sowie den eigentlichen Festtag am 05. Juni verbrachten beide im Mutterhaus in Berlin Lankwitz. Schwester M. Reinfrida, welche in Berlin Heimaturlaub genoss, wohnte als Vertreterin des Zinnowitzer Konventes der Feier bei.
Das Mutterhaus packte schon stark und rüstete sich zum Umzug nach Rom. Am 28.07. liess ehrw. Mutter Gertrud den Abschied Wirklichkeit werden.
Am 13. Juni aber feierte H. Geistliche Rat Wessels aus Demmin die hl. Eucharistie mit Assistens des Ordinariatsrates R. Steinke und des neuen Caritasdirektors von Berlin H. Pfr. Kaczmarek, der seinen ersten amtlichen Besuch dem Heim machte. Ein warmer Junitag vereinte die Schwestern von Zinnowitz und Wolgast in herzlicher Freude und Rat Wessels legte für Juni und Juli seinen Seeaufenthalt fest.

Ein wärmender Kontakt wurde mit unseren polnischen Schwestern aufgenommen und durch den Besuch des Chefarztes von Branitz H. Dr. Kaczmarczyk mit Frau und zwei Töchtern. Über den Caritasverband Berlin und Vermittlung der Vorgesetzten erhielten die uns so wohlgesinnte Familie einen Ferienplatz im Ottoheim und berichtete anschaulich vom Leben der dortigen Schwestern.

Nun war es wieder soweit, dass sich jede Ecke im Haus mit Schulkindern füllte. Am 08. Juli zogen denn Schüler, Theologen und Praktikantinnen in großer Zahl ein. Sie belebten das Heim und den Strand und forderten den Einsatz aller Beschäftigten. Parallel dazu lief seit Mai die 14 tägige starke Belegung des Bungalow durch Familien und Gäste. Schwer war die Beschaffung von Frischgemüse und Obst, Konserven und dergleichen nach dem anhaltenden strengen Winter.

Im Juli unternahmen die Aspirantinnen mit Schwester M. Alma, Schwester Oberin Gunthildis, Schwester M. Andrea und Herrn Rektor Wramba eine Studien- und Bildungfahrt nach Rostock mit dem Hafen Warnemünde und mit dem kulturhistorischen Zisterzienserkloser in Bad Doberan.
Am 18. August hatten sie ihre Abschlussprüfung. Alle konnten auf gute Zensuren blicken und froh und zuversichtlich ihrer weiteren Ausbildung entgegen sehen. Durch Fleiß und Nebenarbeiten hatten sie Basare veranstaltet und benutzten den Erlös zu einem Betriebsausflug auf die Insel Rügen mit dem sogenannten Königsstuhl und dem Fischkombinat Saßnitz mit den berühmten Fährschiffen für den Warenaustausch mit
Dänemark.
Im August weilte Hochw. H. Kardinal Bengsch zum jährlichen Urlaub im Heim. Er kam sehr erholungsbedürftig, ja erschüttert und noch ganz unter den Strapazen der letzten Tage stehend, durch den plötzlichen Tod des Bischofs Otto Spülbeck, von Meißen; Einsetzung des Bischofs von Schwerin; Priesterweihe und Sorge um seine Priester und der Gläubigen in der Diözese. Sein Namenstag wurde jedoch wie immer festlich begangen und am 16.08. kam Schwester Provinzialoberin Bernhildis zu einem kurzen Besuch.

Schwester Oberin Gunthildis rüstete sich zu einem Oberinnen- Exerzitienkurs in Alexanderdorf, der am 22.08. begann.

Fällig war für den Konvent noch vor Saisonschluss der jährliche Betriebsausflug. Wir entschlossen uns am 20.08. für eine Busfahrt zum Königsstuhl und nach Saßnitz.

Am 28.08., dem Fest des Hl. Augustinus, verlor der Konvent  Schwester M. Alma, welche zur Oberin für Wolgast berufen wurde. Von Schwester M. Marzella, die inzwischen ihre Ausbildung als Fürsorgerin in Magdeburg mit gutem Examen abgeschlossen hatte, wurde ihre Stelle eingenommen. Bereits im August weilte die junge Schwester zu Ferien in unserer Mitte. Sie erneuerte am 08.09. im Ostberliner Provinzialat, bei der Professfeier von Schwester M. Claudia, Schwester M. Manuela und Schwester M. Walburga die hl. Gelübde und trat dann ihre eigentliche Arbeit in der Aspirantur an. Unterstützend und vertretend standen ihr Schwester M. Philomena, Schwester M. Andrea und  besonders Schwester Oberin selbst zur Seite.

Am 12.09. konnte endlich Schwester Oberin Gunthildis den lang ersehnten und geplanten Heimaturlaub in lieben Schlesierland antreten. 10 Tage waren leider nur eine kurze Zeit.
Auch Schwester M. Lioba, Schwester M. Cordilia und Schwester M. Talida fuhren am 05.09. nach Westdeutschland zum Heimaturlaub bzw. zur Kur. Schwester M. Cordilia blühte eine besondere Freude. Ein lang gehegter heimlicher Wunsch wurde ihr durch die Angehörigen erfüllt: Sie durfte sich einem Pilgerzug nach Rom anschließen und auf diesem Wege sich so zu aller Überraschung am14.09. im neuen Generalat bei der ehrw. Mutter Gertrud zu einem kurzen Besuch einfinden. Unvergessen werdenihr diese Tage bleiben und die gewonnenen Eindrücke dieser einmalig schönen Reise mit ihren Naturschönheiten über die Alpenkette, dem Aufenthalt in der Schweiz und dem „Ewigen Rom“.

Schwester M. Piala hatte auch im Oktober ihren Urlaub verbracht und nun erwartete sie eine Versetzung nach Zeitz zur Pflege alter Leute.15 Jahre lang hatte sie in Zinnowitz durch Krankenpflege den Kindern gedient. Der bereits 60 jährigen Schwester fiel das geforderte Opfer bestimmt nicht leicht. An ihre Stelle trat Schwester M. Andrea.

Mit dem Monat Oktober begannen wieder die Arbeiten im Haupthaus. Die Verlegung der Büroräume und deren Erweiterung wurde endlich in Angriff genommen und so zügig durchgeführt, dass Schwester M. Mirella noch vor Jahresende die zweckmäßigen und hellen Räume beziehen konnte.
Parallel dazu verliefen die Arbeiten am neuen Waschhaus und zwar die Inneneinrichtungen. Der ganze Waschbetrieb wurde umgelegt und konnte im Januar 1971 von zwei Frauen aus Zinnowitz in Halbtagsarbeit unter der technischen Leitung von Schwester M. Firmina bewältigt werden. Für die Schneiderei war ein Zimmer im Nebengebäude vorgesehen.

Nach dem Konzil wurde immer mehr gewünscht, das Stundengebet der Kirche in den Ordensgemeinschaften feierlicher und würdevoller zu gestalten. So machten sich denn ab September auch Schwester m. Philomena und Schwester M. Michaela an die große Arbeit des Einübens der Gesangtexte: Hymnen, Antiphonen und Sonntagspsalmen. Doch wie alles Zeit braucht, verging auch darüber fast ein ganzes Jahr, bis jeder Psalm sangeskundig durchgedacht war. Heute freuen wir uns besonders aber die Ordensjugend, wenn die großen Horen – Laudes und Vesper mit Harmonium  Begleitung feierlich gesungen werden.

Im November, kurz vor Beginn des neuen Kirchenjahres feierte H. Kuratus Duschinski mit 38 alten Leuten der Gemeinde Zinnowitz und den umliegenden Ortschaften Abschied vom alten Jahr in einer gemütlichen Adventsfeier. Er selbst hatte dazu Leuchter aus Nussschalen gebastelt und in seiner Selbstlosigkeit hatte er auch das im Jahreslauf geschenkte und gekaufte, größtenteils selbst eingewecktes Kompott zum Nachtisch spendiert.

Es bleibt noch zu erwähnen, das im Oktober die im Frühjahr geplante Schwestern Recollectio der nördlich gelegenen Diözesanbezirke unter Vorsitz von H. Weihbischof Johannes Kleineidam tatsächlich wieder im St. Ottoheim statt fand. Nach ermunternden Ansprachen fürs innere Leben waren es dann besonders Rektor Wramba und H. John die in humorvoller Weise und durch einen Buntfilm vom Leben im Ottoheim zur allgemeinen Heiterkeit beitrugen. Froh, gelöst und in mancherlei Weise bereichert fuhren die Schwestern von Demmin, Wolgast, Greifswald, Stralsund und Heringsdorf am Abend wieder ihren Tagesarbeiten entgegen.
Im Kinderkreis, mit geringer Belegung, sowie im Schwesternkreis rüstete sich nun wieder ein Jeder fürs Weihnachtsfest und Jahresende.


1971 

Am 02. Januar bereits bis zum 07.01. durften wir hl. Exerzitien halten. Die Anleitung dazu gab uns diesmal kein Ordenspriester, sondern Herr Kaplan Engelmann aus Berlin mit dem Motto: „ Wir stehen im Bund mit Gott „. Ausgehend vom Alten Bund, Israel mit Gott, führte er über den neuen Bund, Gläubige mit Christus, zum persönlichen Bund der Seele mit der hlg. Dreifalfigkeit in der Profeß.

Der Januar 1971 war eigenartig und verdiente das Attribut: Zahnlos! Schwester Oberin Gunthildis begann damit, verlor am Jahresende durch falsches Beißen einen Zahn und im Januar mussten ihr fast alle Zähne gezogen werden. Sie schämte sich als „zahnlose Minka“ im Schwestern Kreis zu weilen und zog einen Urlaub in Schöneiche bei Berlin vor, wo sie überraschend schnell neue Zähne erhielt.
Ihr folgte als „Minka“, wenn auch ohne Ferien, Schwester M .Reinfrida und Schwester M. Lioba und selbst die junge Schwester M. Irmina. Selbiger Schwester mussten fast alle Zähne gezogen werden, da sie sich lockerten und ausfielen. Hatte dies seine Ursache in der Ernährung? Oder im äußerst kalten und schneereichen Winter ?

Am 08. Januar kam mit der Frei -Kur der Berliner Kleinkinder wieder Leben in das gesamte Haus. Trotz knackender Kälte gab es schöne sonnige Tage, so das keine Grippe auf kam.

Für den 27. bis 29. Januar waren alle Aspirantinnen der Diözese Berlin zu einem Einkehrtag geladen. Herr Caritasdirektor Kaczmarek selbst wollte, erläuternd und bereichernd durch seine Vorteräge, den jungen Mädchen die Arbeit im kirchlichen Dienst erschließen. Je vier Tage waren gedacht für 10 Klassen Schüler und vier Tage für 8. Klassen Schüler und jeder Kurs zählte 30 Teilnehmerinnen.

Anschließend, vom 08.02. bis 26.02. war die Winterferien Kur für Mädchen. Es war eine starke Belegung von 230 Kindern. Herrliches kaltes sonniges Winterwetter begünstigte auch diese Kur und ließ alle die Faschingstage froh verleben. Unser Rektor Reinhard Wramba erkrankte am Ende an einer akuten Blinddarmentzündung und musste sich im Wolgaster Krankenhaus einer Operation unterziehen.

Im April fand eine Schwestern Recollectio für die nördlichen Dekanate des Bistums statt. Dem H. H. Weihbischof, als dem Referenten für Ordensangelegenheiten, lag eine derartige Zusammenkunft sehr am Herzen. Er selbst hielt auch den Vortrag zur inneren Fortbildung und erfreute sich mit Herrn Erzpriester Tham aus Anklam an der Aufgeschlossenheit der Schwestern, am geselligen Kaffeetisch. Dabei wurde gleich die zweite Zusammenkunft für den Oktober geplant; der Räumlichkeiten halber im St. Ottoheim .

Auch für die Weiterbildung der Schwestern durch Fernstudium, durch Lehrbriefe, setzte sich Herr Weihbischof tatkräftig ein und beauftragte Herrn Rektor R. Wramba, den jungen Schwestern die theologischen Stunden zu halten.

Auch draußen auf dem   Ottoheim – Grundstück hatte sich manches vervollkommnet: das Gras auf den Anlagen wuchs, weitere Anlagen kamen dazu, die Kinder erhielten Bänke vor den Gruppenräumen und eine Betonstraße verband die Stationen untereinander. Es war gedacht für das Ausfahren der Speisen nach Fertigstellung der Großküchen-Räume.

Die Handwerker und Bauarbeiter hatten viel zu tun, denn es galt bis Mai das Waldheim zu restaurieren. Die Räume wurden gänzlich umgelegt; Duschraum und Küche eingebaut und am 01. Mai zog Herr Pfarrer aus Berlin Köpenick für acht Tage mit seinen Kommunionkindern ein. Am 16.05. belegte Brandenburg – Görden das Waldheim mit 44 Betten und erfreute sich des guten gelungenen und praktischen Umbaus.

Nach dem strengen Winter blieb diesmal der Juni und die erste Hälfte des Juli auffallend kühl und nass. Die Heizung musste bis in den Juni hinein zeitweise bedient werden, doch dann wurde es warm, ja heiß den ganzen August.

Die Großen: d.h. die Schulkinder haben es doch immer gut. Das Wasser war herrlich warm und gesund und gebräunt konnte nach hause gefahren werden.
Viel Freude und innere Bereicherung finden die Kinder allemal durch die gemeinsamen frohen Stunden, die sie in das Glück der Gotteskinder und der Gläubigen Gemeinschaften ahnen lassen. Nicht zuletzt trägt dazu auch die Anwesenheit des Hochw. H. Kardinal bei, der nun schon Jahre lang seinen Namenstag inmitten der Kinder feiert.

Im August hatten die neun Aspirantinnen ihre gut bestandene Prüfung. Drei beganneb im September im Michendorfer Seminar mit der Ausbildung für Erzieherinnen und die anderen verblieben für ein praktisches Jahr im Ottoheim.

Auch die September Kur war dieses Jahr stark belegt, versprach man sich doch nach dem kühlen Frühling einen warmen Herbst. 280 Kinder fanden bis Mitte Oktober hier noch Aufnahme.

Der Dekanatstag am 13.10. in Stralsund war diesmal auch gut von den Ottoheim Schwestern besucht. Drei Autos mitsamt dem Barkas stellte Herr Rektor zur Verfügung. Dieses Treffen in Stralsund bedeutete für Schwester M. Rotrudis ein Abschied nehmen von der Ostseeküste. Bald darauf verließ sie das Ottoheim, weil sie die Vorgesetzten als Oberin nach Babelsberg riefen. Am 15.10. dem Schutzfest der hl. Hedwig wurde sie daselbst durch Schwester Provinzialoberin Bernhildis eingeführt.

Und noch ein kleines Fest verdient seine Erwähnung: am 03.10. der 60. Geburtstag von Schwester Oberin M. Gunthildis. Ja, es war ein schönes Familienfest und gab dem Geburtstagskind nun das Recht: den goldenen Westen auszusuchen .Im November machte sie dann auch davon Gebrauch und fuhr acht Tage nach Westberlin. Daselbst erreichte sie die Nachricht vom Tode ihrer einstigen Oberin, Mutter Hedwig. Es war ihr ein Trost, als Vertretung des Zinnowitzer Konventes, Mutter Hedwig das letzte Geleit zu geben.
Noch in Berlin weilend ereilte Schwester Oberin Gunthildis eine zweite Nachricht: Schwester M. Gumberta liegt im Krankenhaus in Berlin Friedrichshagen. Diese Schwester hatte bereits im Mai 1970  eine Krebsoperation durchgemacht. Nun hatte sich der Zustand verschlechtert, so das sie ohne ärztliche Hilfe und ohne Krankenhausbehandlung nicht mehr auskam. Schwester Oberin besuchte sie und überzeugte sich von ihrem Zustand.

Kurz vor dem Advent stellte sich Herr Kuratus Duschinski auch wieder mit seinen alten Leutchen ein und bereitete ihnen in den Speisezimmern der Gäste und in der Kapelle ein frohes Beisammensein. Dabei war er nun nicht mehr allein, sondern hatte neben Helfern aus der Gemeinde auch erstmals seine Pfarrwirtin mit.

In der Adventszeit wurde der untere Korridor im Haupthaus mit quadratischen grau schwarzen Fliessen ausgelegt, nachdem alles Terrazzo herausgehauen war, um so dem Fußboden ein gleichmäßiges Aussehen zu geben .Auch um das Hauptgebäude herum und besonders vor der Kapelle wurden die Blumenanlagen geändert. Die Straßensteine zum größten Teil entfernt und dafür eine Betonstraße gearbeitet. Dieses alles waren Vorbereitungen im Hinblick auf die Kapellenänderung. Das selten warme Frühlingswetter so Mitten im Winter bei 0°C ließ sogar das Umpflanzen der kleinen Bäume und Sträucher zu.

Am 28.12. versammelte sich der Konvent zu einer kurzen innerklösterlichen Angelegenheit, nämlich zu Delegierten- Wahl für das fällige Provinzkapitel.
Dann aber versammelten wir uns in den alten Tagen des Jahrs noch öfter um den Christbaum und zur Rekreation. Nur zu rasch vergingen die stillen Tage und schon am Dreikönigstag wurde der Baum leider geplündert und entfernt.
Schade!!!


1972

Und wieder begann ein neues Jahr1972 !
Es herrschte äußerst mildes Wetter: 0° , -2° , -5°C. Wir konnten in den Exerzitientagen, vom 01. bis 06. Januar uns viel im Freien bewegen und nachdenken über die von Pater Konrad SJ, aus Berlin , gehaltenen Vorträge über den Glauben und den gläubigen Christen.

Schwester M. Hildas Knochenveränderungen machten bedenkliche Fortschritte und die schwerfälligen Bewegungen ließen sie eines nachts aus dem Bett fallen, wo sie bis zum Morgen liegen blieb und sich eine Gallenblasenentzündung zuzog, die längere Behandlung durch Herrn Dr. med. Wendschuh vom Landambulatorium benötigte. Herr Dr. Mahnke hatte auch seine 70 Lebensjahre erreicht und seine Tätigkeit als Hausarzt des St. Ottoheimes niedergelegt. An seine Stelle trat nun Dr. med. Wendschuh.

Bis zum 10. Januar weilte Herr Rektor Wramba im Urlaub und als er im Heim eintraf, begab sich Schwester Oberin M. Gunthildis nach Neuzelle zu den fälligen Oberinnen Exerzitien und dem anschließenden Provinzkapitel nach Berlin, Michaelkirchplatz.

Ebenfalls am 10. Januar flog die Aspirantur mit Schwester M. Marcella erstmals zu einem sechs Wochen dauernden, geschlossenem Praktikum in Berliner Arbeitsstätten aus. Sie wohnten in Birkenwerder. Dieser Kurs „berufsorientierter Aspirantinnen“ war eine rechte Vorschule für Krankenpflege oder Kindererziehung mit entsprechenden Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis.

Für den Monat Januar hatte der Berliner CV wieder eine Frei- Kur vergeben und so trudelten am 10.01. die vorschulpflichtigen Kinder ein, bis die Frei – Kur der Schulkinder im Februar dieselben ablöste.
In dieser Zeit nahm Schwester M. Isolde erneut Anlauf, um mit erst „ 58 Jahren“ ihren bereits 93 jährigen Vater in Westdeutschland besuchen zu können. Eine Invaliditätsbescheinigung durch den Kreisarzt erlangte ihr denn auch die behördliche formelle Erlaubnis und ließ sie das hl. Osterfest in Heidelberg zubringen und ihre Geschwister nach 16 jähriger Trennung wieder sehn.

Schwester M. Mirella aber machte sich auf nach Berlin zu einer schweren Halsoperation von der sie erst am 04. Mai zurückkehrte. Dank der sorgfältigen Behandlung von Seiten der Ärzte und Mitschwestern in Berlin Lausitzer Strasse machte die Heilung gute Fortschritte, so das sie die vielseitigen Büroarbeiten im Ottoheim versieht.

Am 26.04. fand wieder eine Schwestern Recollectio im Ottoheim für die nördlichen Dekanate statt. Auch Herr Weihbischof Johannes Kleineidam war, als Referent der Schwesternseelsorge erschienen und hielt einen Vortrag über das Ostergeheimnis im Leben der Ordensfrau. Viel Schwestern waren dazu erschienen und abschließend erleuterte herr Pfarrer Linke aus Heringsdorf an Hand eines Lichtbildervortrages: die Kirche im Osten, das leben unserer christlichen Brüder und Schwestern in den sozialistischen Ländern.

Bald nach Ostern wurde die Kapellentreppe außen mit samt dem Vorbau abgerissen und mit dem Bau einer neuzeitlichen Schwebetreppe und Beichthalle begonnen und am 01.11. endlich beendet.

Desgleichen wurde am Freialtar der Boden betoniert, der terrassenartige Anstieg gefliest, Licht und Lautsprecheranlage gelegt, und Holzsitzbänke für Kinder und Sommergäste geschaffen.
Damit Hand in Hand gingen die Änderungen bzw. Vergrößerungen der Sakristei und die Erweiterung der Grünanlagen um das Haus.

Am 01. Mai öffnete sich auch der Grenzübergang Ahlbeck/ Swinemünde für die DDR – Bürger, neben dem schon bestehenden Penkuhn.
Dies bedeutete für Touristen und Kurgäste eine große Erleichterung und wurde entsprechend genutzt. In Massen strömte das polnische Volk nach den Trennungsjahren von beiden Seiten. Die Polen kauften buchstäblich alles auf, was die deutschen Geschäfte an Waren hergaben, hauptsächlich Industrieerzeugnisse. Während die DDR-Bürger die Lebensmittel drüben ein wenig billiger fanden.

Am 04. Mai machte sich aus Swinemünde auch Schwester M. Priscilla mit einer jungen polnischen Schwester auf, um Zinnowitz und Wolgast einen Besuch zu erstatten. Sie beherrschte noch gut die deutsche Sprache und eine große Freude war es für sie, die eben aus dem Krankenhaus zurückgekehrte Schwester M. Mirella aus ihrem Einkleidungskurs zu treffen und so viele Deutsche um sich zu haben.

Der 10. Mai brachte uns einen kurzen Besuch von Schwester Provinzialoberin Bernhildis mit Schwester M. Friedlinde und Schwester M. Hereswitha. Letztere kam aus Breslau um Zinnowitz als ihren einstigen Wirkungsort wieder zu sehen.

Schwester M. Zacharia kränkelte, das Herz wollte nicht mehr und Schwester Provinzialoberin nahm sie am 11.05. mit nach Berlin Friedrichshagen zu einer Herzspritzkur. Mit Besorgnis ließen wir sie fahren, aber wohl niemand außer ihr ahnten den wahren Zustand und den bevorstehenden Tod. In der Nacht noch ordnete sie ihre Habseligkeiten und ganz ergeben in Gottes Willen trat sie die Fahrt nach Berlin Friedrichshagen an, wo ein stiller Tod sie schon am 13.05. in die ewige Heimat holte.
Am 17.05. fand das Requiem in Berlin- Hohenschönhausen in der Friedhofskapelle statt. Gehalten von Herrn Rektor Wramba aus Zinnowitz und nun ruhte sie in Mitten lieber Mitschwestern. Zahlreiche Schwestern aus den Berliner Filialen und auch Schwester Regionaloberin M. Regina geleiteten sie zur letzten Ruhe. Es war ein hässlicher ,kalter Regentag, doch auf dem Weg zum Grab schien für kurze Zeit die Sonne, als wollte Schwester M. Zacharia uns durch sie noch grüßen, und von der ewigen Sonne künden, bei der sie nun weilen darf.
Schwester M. Cordilia und Schwester M. Lioba erhielten die Nachricht in Westdeutschland wo sie im Heimaturlaub und anschließend zur Herz Kur weilten.
Schwester M. Reinfrida, die sich sehr elend fühlte, konnte eine Fahrt nach „drüben“ nicht wagen, erhielt darum Besuch aus dem westen und reiste in dessen Begleitung für 14 Tage nach Westberlin.

Am 01. Juni, am Fronleichnamstag wagte Schwester Oberin M. Gunthildis und Schwester M. Irmina den östlichen Grenzübergang, um einen Besuch bei den Schwestern in der „Marienburg“. Auch Herr Kuratus Linke stellte sich an diesem Tag seiner eigentlichen Pfarrkirche und bekundete mit anderen deutschen Priestern, an der zahlenmäßigen großen Fronleichnamsprozession, dass nur unter Gotteskinder die wahre Einheit und echte Brüderlichkeit und Gleichheit in der Anerkennung des einen himmlischen Vaters bestehen kann. Schwester Oberin M. Gunthildis war überrascht von der Armut und der Gastfreundschaft unserer polnischen Mitschwestern. So wurde der Anfang gemacht Schwestern besuchsweise nach Deutschland zu kommen, um teilweise Ferien zu machen und auch auszuhelfen. Den Anfang machte Schwester M. Dominika mit einer Mitschwester aus Breslau.

Die Kur im Mai und Juni hatte eine starke Belegung, aber auch einen starken Personalmangel, denn fünf Mitarbeiterinnen hatten schlagartig die Arbeitsstelle gewechselt, teils zu Weiterbildung, teils der Heirat wegen. Zu allem Unglück war auch noch Scharlach aufgetreten. Zwanzig Kinder erkrankten und um alle Räume desinfizieren zu können, fuhren die Kinder sämtlicher Gruppen vier Tage früher ab.

Am 1. Sonntag nach Pfingsten fand in der Kuratie Zinnowitz die Erstkommunion der Pfarrkinder statt. Unter den wenigen Kommunikanten waren auch Norbert Hasenleden und Dagmar John.

Fleißig hatte der Bautrupp auch innen geschaffen: Die alte Waschküche und Plättstube waren in Nebenküchenräume umgebaut. Modern , der Hygiene entsprechend entstand ein Wareneingangslager mit Nährmittel und Konservenlager, Gemüseputzraum und Zwischenlager Fisch- und Fleischvorbereitungsraum und eine Wurstkammer. Zwei Kühlräume, Brotstube und dergleichen. Sogar Umkleideraum und Aufenthalts- und Speisezimmer fürs Küchenpersonal fehlte nicht. Die eigentliche Küche aber mit Abwasch- und Abstellraum blieb bestehen und der Umbau noch hinausgeschoben.

„Villa Hof“ über Schneiderei und Wäschekammer war auch fertig und konnte mit Begleitpersonal und Hilfspersonal belegt werden, dass zahlenmäßig ständig zunahm, da viel geschlossene Kindergärten mit Personal wenigsten einmal Ferien an der See verbringen wollten.

Und wieder begannen die Monate Juli und August mit den entsprechenden Schulkinder Kuren.
In diesem Jahr erstmalige Reiselockerungen für Westberliner, um in die DDR zu reisen. So konnte sich Herr Kardinal Bengsch  mit seinen Anverwandten, Schwester, Schwager und vier Kinder, sowie seinem Bruder Georg aus Greiswald treffen und gemeinsame frohe Stunden am Strand verbringen.
An seinem Namenstag, dem 15.08. traf zu aller Freude und Überraschung die erwartete, mit Pfeifen versehene Orgel der Firma Jemlich aus Dresdenein, und konnte binnen 10 Tagen von zwei Fachleuten aufgestellt werden. Zur Einweihung fand sich auch der evangelische Pastor und Schwester Oberin der Diakonissen aus Zinnowitz ein. Für den Weiheakt sollte nach altem Orgelbrauch die größte Pfeife mit Wein gefüllt werden, aber in diesem Ordenshaus mussten sich alle mit einer Flasche Wein begnügen.
Firma „Jemlich“, bekannt durch die „Silbermannorgel“ hatte Jahrhunderte lang eine Geschäftsführung in der eigenen Familie erhalten. Erst der heutige Staat machte einen „VEB“ Betrieb daraus.

Am 12.08. legte sich unsere liebe Schwester Gumberta Cimander auf Krankenlager. Um ihren nahen Heimgang wissend hatte sie die Monate vorher oft sinnend und abschiednehmend im neuen Schwesterngarten hinter der Waschküche gesessen oder wenn es möglich war eine kurze Fahrt zum Friedhof gewagt. Nun verließ sie kaum noch das Bett und Schwester Reinfrida nahm sich ihrer an.

Am 28.08. abends 21.30 Uhr meldete sich ein neuer Erdenbürger durch Frau John im Wolgaster Krankenhaus. Nun hatte Dagmar und Stefan ein Schwesterchen Rita. Sonntag, am 01. Oktober, dem Geburtstag von Herrn John wurde die Kleine vor versammelter Gemeinde in der Kuratie nach dem neuen Ritus getauft.

Am 01. September verließen nach überstandener hauswirtschaftlicher Prüfung, zwölf Aspirantinnen und einige Mitarbeiter das St. Ottoheim zwecks Ausbildung in Michendorf und Oranienburg.

Schwester M. Gerburga und Schwester M. Talida aber rüsteten sich zu einer frohen Ferienfahrt und Erholungskur in Westdeutschland. Beide fehlten uns am Freudentag des Silberjubiläums von Schwester M. Ildefonsa Knebusch . Ja die Zeit vergeht rasch , dies merkte besonders die Jubilarin am 08.09. als sie Rückblick hielt. Mit ihren drei Mitschwestern aus Westdeutschland fand in Berlin Michaelkirchplatz die kirchliche Feier statt. Herr Weihbischof Johannes Kleineidam hielt das Amt und zu aller Freude fand sich auch Mutter M. Gertrud aus Rom ein.
Am 23.09. würdigte Frau Generaloberin dem Zinnowitzer Konvent einen kurzen, aber schmerzlichen Besuch, denn am 01.10., noch vor Ablegung der ewigen Profeß verließ Schwester M. Marcella die Kongregation. Schwester M. Philomena übernahm zum 2. Mal die Leitung der Aspirantur.

Der anstrengende Sommer neigte sich allmählich und die Arbeit nahm ab. Schwester Oberin M. Gunthildis erlaubte sich darum auch eine längere Reise nach Westdeutschland und weilte vom 05.10. bis 03.11. in Cochem an der Mosel, von wo sie frisch und aufgeräumt zurückkehrte und nun mit neuem Schwung in die Arbeit stürzte. Es ging ja auf Weihnachten zu.

Vom 06. November an kamen erstmals Elisabethfrauen aus Greifswald für drei Wochen zur Erholung. Jedermann war erfreut und erstaunt über den frohen bejahenden Lebensmut dieser meist älteren Leutchen zwischen 70 und 80 Jahren. Mit viel Basteleien am Nachmittag und Abend beschäftigten sie sich gern und brachten sogar eine kleine Ausstellung zuwege. Herr Pfarrer Duschinski machte ihnen eines abends eine große Freude durch das Zeigen und Erklären seiner mitgebrachten Steinsammlung und durch Lichtbilder.

Am 11. Dezember verließ Schwester M. Isolde auch den Konvent von Zinnowitz, jedoch nur für kurze Zeit von sieben Wochen und übernahm eine Vertretung im Kindergarten in Wolgast.

Das Jahr 1972 sollte nicht zu Ende gehen , ohne den Heimgang unserer lieben Mitschwester M. Demetria. Kurz vor dem Hl. Abend zog sie sich einen Oberschenkelhalsbruch zu und zwar so kompliziert, das der Arzt im Wolgaster Krankenhaus weder gipsen noch nageln konnte. Am 23. 12. empfing sie die hl. Ölung im Beisein der Mitschwestern .


1973

Wiederum begann das Jahr 1973 mit den hl. Exerzitien vom 02.01. –  08.01 für den Zinnowitzer und Wolgaster Konvent und die meisten Schwestern konnten daran teilnehmen. Als Exerzitienmeister war Pater Karlheinz Riedel SJ aus Magdeburg geladen.
Gerade am Schlusstag, dem 08. Januar, gleich nach dem hl. Opfer , verschied still und gut vorbereitet in ihrer Zelle Schwester M. Demetria (Marta Müller) im Alter von 84 Jahren. Unser „Te Deum“ begleitete ihren Heimgang ins himmlische Vaterhaus und so still und bescheiden, wie sie gelebt hat, fand am 11.01. die Beerdigung auf dem Zinnowitzer Friedhof statt.

Für den Januar hatte der CV Berlin wiederum eine Frei Kur für Vorschulpflichtige Kinder ausgegeben und so füllte sich bereits am 10. Januar das St. Ottoheim mit kleinen Kindern. Die nicht belegten Räume, wie St. 1, wurden von Handwerkern überholt.

Im Februar nahmen Schulmädchen alle verfügbaren Plätze ein und gliederten sich in: Beicht- und Kommunion Kurs, Katechetischen Kurs und Sonder Kurs. Wir hatten ein schneearmes, warmes Frühjahr und die Sonne lockte täglich ins Freie zu größeren Wanderungen.
Die Aspirantinnen waren von ihrem sechwöchigem Praktikum in Berliner Kindergärten zurückgekehrt und erstmals bei Schulkindern im Einsatz.
In diesem Frühjahr fiel die Faschingsfeier mit dem Abschiedsfest zusammen und erfüllte Kinder und Personal  mit Glück und Zufriedenheit.

Das herrliche Frühlingswetter lockte eines Tages sogar Schwester M. Cordilia und Schwester M. Talida zu einer Tagesfahrt nach Polen zu den Schwestern in Swinemünde.

In diesem Jahr feierte Schwester Provinzialoberin M. Bernhildis ihren Namenstag bereits am 24.03., einen Tag früher als sonst, mit allen Oberinnen der DDR- Filialen. Gäste aus Polen waren auch dazu eingetroffen: Schwester Provinzoberin aus Katowitz, Schwester M. Augustina und Schwester M. Dulcissima. Diese beiden seltenen Gäste besuchten mit Schwester M. Scholastika, Oberin des Altersheimes in der Feldstrasse in Westberlin und Schwester Provinzoberin M. Bernhildis auch das Ottoheim.

Am 01. April verließ Frl. Leokadia Jendrejewski nach 23 jähriger Tätigkeit unser Haus. Sie hatte das Rentenalter erreicht und nahm eine leichtere Arbeit mit Familienanschluß bei ihrer einstigen Herrschaft auf.
Ebenso wechselten unsere zwei Kindergärtnerinnen Frl. Gabriele Buffo und Frl. Christel Goliasch ihren Arbeitsplatz und kehrten nach Ablauf ihrer Eignungsjahres nach Dresden bzw. Berlin zurück.

Eine große Freude für alle Schwestern in den Norddekanaten von Berlin, war der 25. April, der Tag der Schwesternrecollectio, dem auch Herr Weihbischof Kleineidam beiwohnte, und mit einem Vortrag für das persönliche inner Leben und sakramentalem Segen bereicherte. Pfarrer Linke aus Heringdorf hielt einen Lichtbildervortrag über „Kirchen im Osten“ und nach einem gemütlichen Kaffee – Plauder- Stündchen kehrten alle Schwestern an ihren Wirkungskreis zurück.

Im April bereits war Schwester M. Martina bereits in Urlaub gefahren, um Kraft für die anrollende Saisonarbeit zu schöpfen und ihr folgte in der letzten Aprilwoche Schwester M. Ildefonsa.
Am 02. Mai reisten dafür drei neue Kindergärtnerinnen: Frl. Barbara Loske , Frl. Marianne Patzelt und Frl. Reinhild Gladyczan, vorläufig für ein Jahr.

Im Mai begab sich auch Schwester M. Mirella zu Ferien nach Berlin und Schwester M. Cordilia und Schwester M . Gerburga reisten gar nach Westdeutschland.

Am 17. und am 19. Mai war ein bedeutender Tag für das Ottoheim. Herr Rektor R. Wramba hatte bereits seinen 10. Primiztag hinter sich und bewarb sich um eine selbständig Pfarrstelle. Auf sein Ersuchen fiel ihm die frei  gewordene Pfarrei in Luckenwalde zu, von der er am 19. Mai Besitz ergriff.
An seine Stelle trat Herr Pfarrer Günter Lingnau aus Berlin und übernahm die Stelle eines Rektors und Hausgeistlichen bei der Einführung durch Herrn Caritasdirektor Kaczmarek am 17. 05.1973.

Im Juni, gerade über die Pfingsttage, durfte auch Schwester Oberin M. Gunthildis 14 Tage bei ihren Verwandten in der herrlichen Bodensee Gegend ihren Urlaub verbringen und vom Anblick der gigantischen Berge Kraft holen für die Arbeit in der Niederung der Ostsee.

Über Pfingsten hatte Frau John , Ehefrau des Wirtschaftsleiters, ihre Eltern hier zu Besuch.
Kurz vor der Heimfahrt nach Erfurt musste Fr. G. Hentschel ins Krankenhaus nach Wolgast eingeliefert werden und vertauschte so zu aller Bestürzung die Heimfahrt mit der großen Reise ins himmlische Vaterhaus. Ursache des Todes war ein plötzlicher Kräfteverfall infolge von Krebs.

Dieser Tod war ein Signal für Schwester M. Gumberta . Sie fühlte sich elend und sehnte den Tod auf ihrem schmerzvollen Krankenlager herbei. Immer wieder bat sie ihre Betreuerin Schwester M. Reinfrida in der Nähe zu bleiben. Ein rascher Kräfteverfall setzte ein und am 28. Juni gab sie fast ohne Todeskampf ihre Seele abends um 20.30 Uhr dem Schöpfer zurück. Auf dem Zinnowitzer Friedhof ruht sie aus, von den Hallenser Studenten einst als „Schwester mit dem goldenen Herzen“ ob ihrer steten Hilfsbereitschaft bezeichnet, in Schwester M. Comitissas Grab.
Und ein dritter Todesfall verdient noch kurze Erwähnung: Mitte Juni erreichte uns die Todesnachricht von Frau Waltraud Feitel, Berlin. Nach einer scheinbar gut verlaufenen Magenoperation hatte sie noch auf dem Krankenlager ein plötzliche Tod ereilt. Sie war Innen Architektin und die Frau des nach dem Brand sich um den Auf- und Ausbau des St. Otto Heimes verdient gemachten Architekten Herrn Feitel aus Berlin.

Für den 26. Und den 28. Juni war für alle „ Ottoheimer“  Betriebsausflug nach Warnemünde  über Rostock und Bad Doberan. Die durch 1 ½ Millionen Spende erbaute Christ – König  Kirche in Rostock dient bei besonderen feierlichen Anlässen beiden Konfessionen und ist sonst mit Pfarrhaus und Schwesternhaus, Kindergarten und Jugendheim ein rechtes Pfarr-und Gemeindezentrum.
Viel interessantes und Historisches gab es auch im einstigen Zisterzienser Kloster in Bad Doberan, aus dem 13. Jahrhundert zu sehen . Beispielsweise, das Grab der hl. Margareta von Schweden , Grabstätten der Fürsten von Doberan, das Kircheninnere in seiner Gotik, das Beinhaus und der große Lettner.
Alle hatten wir uns auf eine rechte Seefahrt im Hafen Warnemünde gefreut, doch die fortgeschrittene Zeit und ein plötzlich aufkommendes starke Gewitter ließ uns lieber den Bus besteigen. Auf der Heimfahrt erlebten wir noch das schaurige Schauspiel eines vom Blitz getroffenen brennenden Hauses und seiner Hilfesuchenden Bewohner .

Am 03.Juli hatten 11 Aspirantinnen ihre Abschlußprüfung gemacht, bei der alle gut anschnitten .Anschließend spendierte ihnen der CV- Berlin eine fünf  Tage        Fahrt nach Dresden und ins Elbsandsteingebirge. Schwester Philomena und Schwester Andrea nahmen auch daran teil. Mit Freude über die gewonnenen Eindrücke arbeiteten sie noch bis zum 26.08. und nach einem frohen Abschiedsfest verließen sie unser Haus, um sich in Michendorf bzw. Oranienburg im kirchlichen Beruf weiter zu bilden.

Ab 08, Juli verlief die Hochsaison wie andere Jahre auch. Sogar Hochw. Herr Card. Bengsch fehlte nicht. Sein Namensfest konnte am 15.08. allerdings nicht im Kreis der Kinder gefeiert werden, weil seine Verpflichtungen ihn bereits am 11.08. nach Östereich riefen.
Für das ausfallende Namensfest durften die Schwestern am 18.08. das goldene Ordensjubiläum von Schwester M. Eustochium in Wolgast begehen. Der Zinnowitzer Konvent leistete seinen Beitrag durch liturgischen Gesang und Orgelspiel in der Kirche der Diasporagemeinde.

Anfang September hielten nur 10 neue Aspirantinnen Einzug und drei mußten bereits in den ersten Tagen wieder entlassen werden.
Gottlob meldeten sich aus dem Bistum sechs junge Mädchen mit abgeschlossener Berufsausbildung für den kirchlichen Dienst und leisteten im Ottoheim ihr Vorpraktikum.

Am 08. September durfte Schwester M . Cordula im Provinzhaus in Berlin, Michaelkirchplatz die 1. Profeß ablegen und an den vorangehenden Exerzitien nahm die Ordensjugend aus Berlin/Ost teil. Von Zinnowitz waren es Schw.M. Andrea und Schw.M. Claudia. Letztere erneuerte ihre Gelübde und fuhr anschließend nach Goppel bei Dresden in Urlaub.
Auch Schw. M. Firmina konnte nach dem Hochbetrieb in der Küche ausspannen und fuhr
nach Heiligenstadt zur Kneipkur.

Schwester M. Talida unternahm eine Ferienreise nach Westdeutschland und konnte im Kölner Dom der Primizfeier von Herrn Winfried Motter, einer uns Schwestern bekannten und befreundeten Familie beiwohnen.

Schwester M. Reinfrida wagte trotz ihrer 78 Jahre noch eine 14-Tage Fahrt nach Berlin Reinickendorf zu ihrer Nichte.

Ebenfalls am 08. September konnten Schwester M. Isolde, Schwester M. Cordilia und Schwester M. Rosaria auf ein 4o –jähriges Ordensleben zurück blicken. Herr Rektor Lingnau hielt ein feierliches Hochamt und im Schwesternkreis wurde dieser Tag festlich begangen. Ein Wiedersehen mit den Angehörigen aus Westdeutschland war für Schwester M. Cordilia und Schwester M. Rosaria eine besondere Freude.

Am 11. September  beging Schwester M. Gerburga in aller Stille ihren 60. Geburtstag, denn so war es ihr Wunsch.

Am 30.09. hatte Schwester M. Gunhildis  als Provinz- Assistentin die Aufgabe, Schwester M. Berchmana in das Amt einer Oberin in Wolgast einzuführen, weil aus gesundheitlichen Gründen Schwester M. Alma die dortige Leitung der Filiala leider hinlegen mußte.

Das herbstliche Altweiber Wetter lockte eine volle Kleinkindkur für September und Oktober ins Heim.Aber bereits in der 2. Septemberhälfte wurde es empfindlich kühl und die Heizung mußte in Betrieb genommen werden.

Im Oktober stellten sich unerwartet Nachtfröste ein .
Am 23.09. und am 24.10. erhielten darum alle Schwestern , Aspirantinnen und das Stammpersonal Grippe- Schutzimpfungen laut Staatsanordnung.

Vom 20.10. bis 28.10. beherbergte das Heim 200 Schulkinder mit Priestern und Helfern, welche die  kurzen Herbstferien für eine religiöse Kinderwoche nutzten..

Am 01.Oktober beginnen alle Insassen den Geburtstag des Wirtschaftsleiters, Herrn John. Die Schwestern nahmen an den gemeinsamen Abendessen nicht teil, spendierte er großzügig zwei fette Räucheraale und vier Flaschen echten Ungarischen Wein.

Mitte Oktober feierte die Hausgemeinschaft ein gemütliches Herbstfest in den Räumen des Waldheimes. Ein kleiner Fackelzug holte ein  Fässchen  Greifswalder Bier aus der Autogarage ab. Belustigungen, Tanz und Tombola sorgten für ein frohes Begegnen mit dem „DU“ .

Am 17.10. war für die Schwestern ein Tag ernster Besinnung. Es war Schwestern- Recollectio für die Norddekanate. Herr Weihbischof Joh. Kleineidam war anwesend und stellte Vortrag und Segensandacht unter den Schutz der hl. Hedwig von Trebnitz.

Das Jahr  1973 brachte ja die 200 Jahrfeier der St. Hedwigs –Kathdrale . Herr Cardinal Bengsch wünschte für alle Gläubigen seiner Diözese dekanatsweise  eine Wallfahrt zur Bischofskirche. So zogen denn die Norddekanate mit Bus, Auto und Bahn nach Berlin. Schw.M. Isolde und Schw. M. Ildefonsa vertraten da selbst das St. Otto Heim.

Das sonst so freudenreiche Allerheiligenfest  war im Jahre 1973 für den Konvent niederdrückend und für die einzelnen Schwestern  ein Tag ernster Selbstbesinnung. Schw. M. Philomena Schmidt verließ ohne weitere Erklärungen den Konvent und reiste, einer plötzlichen krankhaften Eingebung folgend ins Provinzhaus nach Berlin. Somit wurde die Aspirantur  der Führung durch Schwestern ledig. Nach Rücksprache mit dem Provinzialat und dem Otto Heim beauftragte der CV Berlin die Kindergärtnerin Frl. Sawatzki mit dem neuen Aspirantur Lehrgang von sechs jungen Mädchen.

Vom 01. – 04. 11. Hielt H. Ordinariartsrat Peter Riedel Einkehrtage für die junge Pfarrfamilie Greifswald. Wobei die Eltern ihre Kinder zur Betreuung und Verpflegung auf Station 1 unterbringen konnten.

Am 08.11. feierte Herr Rektor Lingnau seinen Geburtstag erstmals im Otto Heim in Gemeinschaft mit den Angestellten und Mitarbeitern.
Kurz darauf war Altentag der Pfarrgemeinde und alle alten Leutchen waren froh, wieder einmal im St. Otto heim zu sein.

Bereits am 3. Adventssonntag war die Weihnachtsfeier für das Personal mit gemeinsamen Abendbrot und anschließender kleinen Bescherung, wobei die musikalische Umrahmung von der Aspirantur gestaltet wurde.
Am Hl. Abend selbst erlebten die Schwestern noch eine kleine Einbescherung, eine voll gelungene Überraschung:
Während sie in der Kapelle das erste Weihnachtsoffizium sangen, deckten Herr John und Rektor Lingnau die Tische im Speiseraum der Gäste weiß ein und schmückten sie mit Vasen ,Kerzen und  roten Christsternen in Blumentöpfen und erwarteten die Schwestern im hellen Lichterglanz, um jeder Einzelnen für des Jahres Arbeit zu danken. In spontaner und herzlicher Freude beglückwünschte man sich zum Feste der Geburt des Herrn und zum kommenden Jahr.

Am Sylvester Tag 31.12.  erreichte uns noch die Todesnachricht von Schwester M.. Zosima Speer  von der Nachbarfiliale  aus Wolgast. Von ihren 88 Lebensjahren  hatte sie die Zeit von der Umsiedelung bis zum Brand im Otto Heim 1964 daselbst zugebracht und sich als erfahrene Teesammlerin erwiesen und nützlich gemacht. Als sie ihr kleines Zimmerchen im Turmgebäude durch den Brand verlor zog sie nach Wolgast um. Am 04.01.1974 wurde sie auf dem   Zinnowitzer Friedhof beerdigt und so noch nach dem Tode wieder mit den Zinnowitzer Schwestern vereinigt. Möge sie nun ewige Freude beim Herrn erfüllen.


1974  

Auf Wunsch mehrerer Schwestern , die Jahresexerzitien außerhalb des eigenen Hauses zu halten, fanden die stillen Tage vom 03. –09.01. im Exerzitienhaus in Berlin Biesdorf statt. Unter dem Motto: Pro mundi vita, Eucharistie als Mitte des christlichen Lebens. Gehalten von H. Pater Ingbert OFM. 10 Schwestern aus Zinnowitz und mehrere der Berliner Filialen konnten daran teilnehmen, während die älteren gehbehinderten Schwestern in Zinnowitz zur Selbsthilfe griffen und einige Tage in stiller Zurückgezogenheit und hl. Schweigsamkeit zubrachten.

Aber mit Lärm und Leben wurde das Ottoheim erfüllt als am 10. Januar insgesamt 104 Kinder für die erste Kur anreisten und bis zum 11.02 . blieben.
Die fünf Aspirantinnen waren von den Weihnachtsferien nicht zurückgekehrt, sondern befanden sich im Januar in Berlin im Kindergarten Praktikum und wohnten in Birkenwerder. So machte sich Personalmangel bemerkbar und die große Anzahl der Kleinkinder auf den einzelnen Stationen bis 38 Kinder erschwerte sehr deren Betreuung.
Auch Schwester Gerburga begab sich am 14.01 in unser Krankenhaus nach Berlin Friedrichshagen  zu einer Unterleibsoperation und anschließend zu einer Strahlenbehandlung ins St. Hedwigs Krankenhaus und kehrte erst ende März nach Zinnowitz zurück.
Herr Rektor G. Lingnau hatte ein dreiviertel Jahr anstrengende Arbeit hinter sich und fuhr am 07.01. zu  einem Urlaub ins Riesengebierge(Polen). Nach seiner Rückkehr füllte sich das Haus mit der 2. Kur. Schuljungs der Berliner Diözese, besonders der Norddekanate.
Der wider Erwartende milde, ja frühlingsmäßige Winter trug zu einer starken Belegung bei und ermöglichte viele Wanderungen und den gesunden Aufenthalt in frischer Seeluft. Den Höhepunkt bildete die Faschingsfeier und war für viele Kinder das einmalige Erleben katholischer Gemeinschaft.

Über Ostern schon machte Schwester M. Firmina vom Heimaturlaub Gebrauch und Schw. M.Claudia desgleichen. Letztere fuhr anschließend nach Goppeln in Urlaub. Über Pfingsten weilte Schw. M. Mirella in Westberlin und Schwester M.  Lioba und Schwester M. Cordilia in Westdeutschland in Urlaub.

Für den 07. Und 09. Mai war Betriebsausflug angesetzt und diesmal ging es mit dem Bus nach Schwerin und mit den Sehenswürdigkeiten des Schweriner Schlosses, umgeben vom Schweriner See, dem Bischof- Schräder- Haus, der Annenkirche und dem neu erbauten Stadtviertel Schwerin- Lanko mit seinen 500 Katholiken ohne Gotteshaus. Ein kurzer Besuch galt auch unserem H.H. Kurator und Bischof Heinrich Theissing. Er empfing uns auf seinen parkähnlichen Wassergrundstück und stellte sich als den Bischof ohne Kirche vor. Ein mehrzweck  ausgebauter Bau, den wir besichtigten , diente ihm als „Kathedrale“. In dem vornehmen Haupthaus bewohnte er mit drei „Missionarinnen vom hlg. Namen Maria“ nur eine Etage, während sich in den anderen Räumen nicht christliche Mieter aufhielten. Er bedauerte sehr das Fehlen der Gemeinde und der Ordinariatsräume und teilte uns froh die endlich erlangte Baugenehmigung für ein eigenes Wohnhaus mit.
In Güstrow besichtigten wir das parkähnliche, auf einem alten Friedhof gelegene Wohngründstück des Künstlers und Bildhauers ernst Barlach mit seinen Ausstellungsräumen und Werken wie: der Bettler, die Bettlerin, die Heimkehr, Mutter Erde uns andere mehr.

Noch im Mai wählte unser Konvent die Abgeordneten für das Provinzkapitel, das Ende Juni im Beisein von H.H. Bischof Theissing stattfand .Im Hinblick auf das Generalkapitel 1975 sind zwei Beschlüsse bemerkenswert: 1. Jede Filiale der Provinz bemüht sich wöchendlich gemeinsam einen Rosenkranz zu beten, um Gnade und den Hl. Geist und den Schutz der Gottesmutter zu erflehen.  2. Alle Oberinnen der Provinz entschlossen sich, die Mühen einer Wallfahrt zu den Heiligtümer von Trebnitz, Tschenschtechau  und dem Grab des veehrten Stifters in Breslau auf sich zu nehmen, um den Segen für das Generalkapitel zu erflehen.

Schwester M. Talida verlebte den Urlaub in ihrer polnisch- oberschlesischen Heimat und besuchte unter anderem auch das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz, dem Todesort von Pater Maximilian Kolbe und Edith Stein.

Wie immer ,war auch diesmal das Heim im Juli und August mit Schulkindern, Hilfspersonal und Gästen angefüllt. Höhepunkte in diesen Kuren waren Kinderfeste, Strand- und Sportfest und am 15.08. der Namenstag des Herrn Kardinal Alfred Bengsch.  Das so froh begonnene Fest fand aber diesmal schon in den Nachmittagsstunden ein jähes und schmerzliches Ende und zwang Herrn Kardinal zur sofortigen Abreise. Der Herrgott hatte dem Namenskind ein Geschenk in „Seiner Art“ gemacht und sandte ihm die Todesnachricht seines notwendigen und treuen Mitarbeiters von Prälat Groß. Er war Chefredakteur des Benno- Verlags in Leipzig und als Ordinariatsrat Referent für Publizistik und Caritas und außerdem Apostolischer Protonotar. Schwer sprach Herr Kardinal sein Fiat zum unerforschlichen Ratschluß Gottes und wählte zum Nachfolger den sich beim Umbau im St. Otto Heim verdient gemachten einstigen Rektor und jetzigen Jugendseelsorgers von Berlin: Gerhard Lange.

Für den intimen Schwesternkreis im St. Otto Heim barg der 15.08. noch ein freudiges Ereignis. In Berlin im Provinzialat Michaelkirchplatz 3 fand die Einkleidung von vier Novizinnen statt , von denen eine, Brigitte Albrecht aus Stralsund, durch die Aspirantur von Zinnowitz gegangen war.

Schwester M. Isolde war es trotz der starken Belegung der Mädchenkur im August möglich, wieder den Urlaub in Westdeutschland, diesmal auf der Filiale in Wenden/Sauerland zu verbringen und auch die nur 2-4 km entfernten Nachbarfilialen Hünsborn und Gerlingen kennen zu lernen.

Schwester M. Lioba machte das Bein immer größere Beschwerden. Sie begab sich im August zu einer vierwöchigen Behandlung nach Berlin -Friedrichshagen. Statt der erhofften Besserung kam sie Anfang September  leider noch elender zurück und mußte sich zum Gehen zweier Stützen bedienen. Trotz dieser üblen Lage machte sie sich mit größter Energie täglich über Mittag zu einem Rundgang im Otto Gelände auf und verliert nicht den angeborenen Humor.

Für den 08.09. dem Fest “Mariä Geburt“ war eine Wallfahrt nach Sellin auf Rügen von den Dekanaten Stralsund und Greifswald geplant, als Vorbereitung für das heilig Jahr 1975. Schw. M. Isolde sowie Schw.M. Talida  so wie zwei Schwestern aus Wolgast beteiligten sich daran.

Schwester M . Gerburga erfreute sich im September ihres Urlaubes in Westdeutschland und genoß auch 10 Tage Heimaturlaub bei dem einzigen Neffen in Dortmund.
Schwester Ildefonsa fuhr zur Kneipkur nach Heiligenstadt . Doch ihr schlechter Allgemeinzustand verursachte schon in den ersten Tagen einen Zusammenbruch. Statt der Kur mußte sie sich einer Behandlung im Krankenhaus in Kirchworbis im Eichsfeld unterziehen.

Für den Monat September hatten wir uns alle auf einen Visitationsbesuch durch Würdige Mutter M. Gertrud aus Rom eingestellt. Doch nach Beendigung ihrer Visitation in Westberlin   erkrankte M.M. Gertrud schwer und mußte zur Spezialbehandlung ins St. Hedwigs Krankenhaus gebracht werden. Mitlerweile war aber die genehmigte Aufenthaltszeit  für die DDR abgelaufen. Nachdem M.M. Gertrud gerade Michaelkirchplatz und Bln. – Friedrichshagen besucht hatte, trat sie nach kurzer Rekonvaleszenszeit im Regionalhaus in Westberlin per Flugzeug die Heimreise an, wo sie am 16.11. im kleinen Konvent in der Via Trionfale ihren Namenstag feierte.

Am 29. 09. Besuchte uns unerwartet Schwester Provinzoberin M . Bernhildis mit Schwester M. Adelheidis und brachten zu aller Freude neben vielen herzlichen Grüßen und kleinen Geschenken von M. M. Gertrud  ein Auto voll frischen Obstes, denn mit Frischobst und Gemüse ist es trotz der Erntezeit auf der Insel Usedom schlecht bestellt.

Ende August verließ Frl. Sawatzki , welche ein Jahr lang die Aspirantur vorgestanden hatte ihr Arbeitsgebiet und verzog nach Michendorf. Mit ihr verließen auch sieben Aspirantinnen nach dem einjährigen Hauswirtschaftsjahr das Otto Heim
Das neue Aspirantinnen- Jahr wurde mehr als Vorpraktikum gewertet und mit 14 jungen Mädchen übernommen, von denen aber schon zwei in den ersten Tagen wegen nicht Eignung  das St. Otto Heim wieder verließen.
Die Führung oblag Frl. Funke, sie war Jugendleiterin und Frl. Patzelt, Kindergärtnerin. Nach kurzer Einführung ins Heim erhielten die Mädchen vier Wochen „Blockunterricht“ in Theorie und Handfertigkeiten und begaben sich anschließen in die Berliner Kindergärten ins Praktikum und in den Heimaturlaub.

Für die im Mai abgegangenen Kindergärtnerinnen, die ihr einjähriges Eignungsjahr abgeschlossen hatten sandte uns der CV Berlin  drei neue Kindergärtnerinnen für das Eignungsjahr und zwei weitere im Juni und noch zwei im Oktober. Fast alle waren durch die hiesige Aspirantur gegangen und mit der Eigenart als Kindererholungsheim vertraut.

Zwei kleine Jubelfeiern unserer Mitarbeiterinnen verdienen auch noch kurzer Erwähnung.
Im September begingen Frau Langer das 25 jährige Dienstjubiläum als Küchenhilfe im Otto Heim und Frl. Christine Neels, seit 1973 Frau Küffner das 10 jährige Dienstjubiläum als Bürokkraft. Eine kleine kirchliche Feier vereinte alle Mitarbeiterinnen um den Zentralen Mittelpunkt des Hauses und anschließend zu einer fröhlichen Agape.

Am 24. November, dem Christkönigsfest, wurde Frau Christine Küffner mit der Geburt eines Sonntagsmädchen, der kleinen Kathrin beschenkt .

In zwischen war es Oktober geworden und damit Herbst. Im Frühjahr und im Sommer hatte der Bautrupp fleißig auf dem Wirtschaftsgrundstück gearbeitet. Alles Vieh, ein großteil von Acker und Wiesen waren schon vorher der LPG abgetreten worden und der Wirtschafter dem Bautrupp zugeteilt Ein neuer Drahtzaun wurde gesetzt, Bäume gepflanzt, Zentralheizung eingebaut, eine neue Straße angelegt vom St. Otto Heim zur Wirtschaft mit entsprechender Lichtanlage und einem Parkplatz. Hof planiert und betoniert, neues Eingangstor angebracht und dgl. Mehr.
Aus dem ehemaligen Kuhstall entstand durch Umbau ein zweistöckiges Wohngebäude als neue Wohnung für Familie John mit Vater „Henschel“ , „das Herrenhaus“ und einigen Gästezimmern.
Am 01. Oktober feierte Herr John seinen 37. Geburtstag und zugleich den Umzug in den Neubau.
Am 03. Oktober beging Schwester Oberin den 61. Geburtstag.
Am 07. Oktober war das 40 . Geburtsfest von Schwester Martina und zugleich der 25.
Gründungstag der DDR. Dieser Geburtstag der Republik wurde von Staats wegen festlich begangen und schlug von Berlin seine Wellen bis in die kleinsten Orte. Das neue Jugendgesetz trat endgültig in Kraft und durch noch einen engeren Anschluß an Rußland verstärkte sich die Teilung Deutschlands.

Am 09.10. war das Dekanatstreffen der Ordensschwestern. Es waren keine besonderen Voraussetzungen vorgegeben, sondern nach dem ansprechenden Vortrag  übers Gebet, von H. Prälat Hellwig, Berlin, blieb ausgiebig Zeit zum gemütlichen plauder.
Als Ausklang der frohen Woche feierte am 10.10. noch unsere gute Schwester M. Rosaria ihren Geburtstag.

Am 04. Oktober reisen wieder Klein – und 150 Schulkinder für die Herbstferien an; letztere dieses Mal in zwei Gruppen . Einmal   die Berliner Kinder und einmal die Greifswalder Kinder für acht Tage.

Der 07.10. war ein Reisetag für Schwester M. Claudia und für Schwester M. Dolores. Erstere begab sich für 14 Tage nach Neuzelle zum Juniorratskurs und letztere fuhr in die altwürdige Stadt Aachen in Urlaub. Schwester M. Martina reiste nach Berlin Birkenwerder Sogar Schwester Oberin entschloß sich so kurz vor Jahresende den Rest ihres Urlaubes noch im Regionalhaus in Berlin Lankwitz zu verbringen, von wo sie Mitte November stark erkältet und wenig erholt zurückkehrte. So erlebte sie weder das Herbstfest noch das Martinsfest im Otto Heim.

Das jährliche Herbstfest wurde diesmal erst am 09.11., dem Geburtstag von Herrn Rektor Lingnau begangen. Mit einem festlichen Abendbrot der Hausgemeinschaft, einem Fäßchen Bier und desgleichen und hinterher mit Tanz, Tombola und kleinen Belustigungen, dargeboten von der Aspirantur, Herrn John und dem Geburtstagskind.

Der 08. Dezember vereinte unsere Kommunität besonders innig. Diesmal war es auf einem Sonntag und wurde von allen im Haus festlich, als unser Hochfest begangen. Der 08.12. war zugleich Namenstag unserer Schwester Oberin M. Gunthildis und da Schwestern von Berlin und Wolgast erst am Montag kommen konnten, feierten wir eben zwei Tage lang. Selbst Schwester Provinzoberin Bernhildis fehlte nicht.
Am 18.12. fuhren alle Kinder heim und auf Station II begannen die Handwerker ihr Unwesen. Verlegung des Dienstzimmers und Renovierung der gesamten Station.
In den stillen Weihnachtstagen, am Feste der Unschuldigen Kinder und am Sonntag darauf war jeweils der halbe Konvent im Herrenhaus bei Familie John zu einer Kaffeestunde   und zur Besichtigung des Umbaues geladen.

Am 31.12. erfreute alle Schwestern nach dem Silvesterpunsch mit Pfandkuchen und Feuerbouwle ,bei Mitternacht durch ein großes Feuerwerk der Gemeinde Zinnowitz und durch ein kleines Feuerwerk beim Waldheim.


Chronik nach Zeitabschnitten: 1947–1961 | 1962–1968 | 1969–1974 | 1975–1979 | 1980–1985

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